Stratasys kauft Makerbot Industries

Wahrscheinlich hat Stratasys bemerkt, dass viele Firmen mittlerweile nicht mehr beim Marktführer in der FDM-Technologie kaufen - kein Wunder, wenn die 2kg ABS Kartusche rund 500€ kostet. Diese Verbrauchskosten sind prohibitiv teuer, verglichen mit 1kg ABS-Rollen zu 30€.

Außerdem ist Makerbot's Thingiverse.com inzwischen in der Branche eine sehr wertvolle Ressource geworden, ein echter Treiber des Geschehens, wenn dort auch viel zu viele Designs zu finden sind, die trivial sind und die wirklich niemand braucht (wer braucht schon einen Schmuck-Ring aus Plastik), während wichtige und interessante Designs noch fehlen, z.B. ein DIY Kaffee-Vollautomat. Aber das ist ja auch erst der Anfang, mit youtube war es zu Beginn nicht anders. Das kommt alles noch.

Unter dem Gesichtspunkt wurden alle kleinen Unternehmen der Branche gerade so richtig aufgewertet, denn die sind durchweg preiswerter.
Man hat die Wahl zwischen Selbstbau und Fertigkauf, das ist komplett Kosten-, Ersatzteil- und Technik-transparent, bis hin zum Software-Sourcecode. Was will man mehr?

Klar, die grossen Unternehmen sind bekannter, aber eine Maschine, die man selber bauen kann, kann man auch selber warten, ein nicht zu verachtender Aspekt in einer Branche, in der das Meiste nicht über den Anschaffungspreis, sondern über Wartung und Verbrauchsmaterial verdient wird.

Vielleicht ist es clever, selbst eine Internet-Platform auszubauen, die solche Designs anbietet, das ist sogar für einen Verein clever. In Ansätzen ist das im Hackerspace Ffm e.V. bereits realisiert, dass Projekte dokumentiert werden und zum Nachbau angeregt wird. Genau das sollte man mehr in den Vordergrund stellen, ungefähr so wie auf Thingiverse.com.

Pressestimmen
heise: 3D-Drucker: Stratasys schluckt Makerbot
Finanznachrichten: Warum MakerBot für Stratasys interessant ist
Techcrunch: Stratasys Acquiring MakerBot In $403M Deal
Business Wire: Merging Two Global 3D Printing Industry Leaders